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  • Hieronymustag — ein Tag für uns Übersetzer!

    Heute ist internationaler Übersetzertag, ein Grund zum Feiern 🙂

    Bild des Hieronymus links mit Inschrift rechts. Er ist der Schutzpatron der Übersetzer.
    Bild von Dean Meyers auf Pixabay

    Wer war dieser Hieronymus und warum ist er der Schutzheilige der Übersetzer?

    Wenn wir an berühmte Übersetzer denken, fällt vielen als erstes Martin Luther mit seiner Bibelübersetzung ein. Wir Übersetzer kennen noch solche Namen wie Swetlana Geyer, die Dostojewskis Werke ins Deutsche Übersetzt hat, oder Erika Fuchs, die Entenhausen und die Ducks nach Deutschland gebracht hat.

    Eusebius Hieronymus lebte von ca. 349 bis 420, der 30. September ist sein Todestag. Er gilt als Kirchenlehrer und war ein wichtiger Kommentator und Übersetzer theologischer Texte aus dem Griechischen ins Lateinische. Berühmt wurde er außerdem durch die Übersetzung des alten Testaments aus dem Hebräischen ins Lateinische und die Redigierung bereits bestehender lateinischer Übersetzungen der Evangelien. Mehr über ihn zu wissen gibt es auf Wikipedia.

    Seit wann ist der Hieronymustag internationaler Übersetzertag?

    Die Fédération internationale des traducteurs, der internationale Dachverband der nationalen Übersetzerverbände, hat diesen Tag 1954 in Paris ins Leben gerufen. Seit 1991 wurde er zu einem weltweiten Aktionstag für Übersetzer, an dem der Beruf und auch die weltweite Solidarität der Übersetzer gefördert werden soll.

    Thema für den internationalen Übersetzertag 2026: Linguistic Diversity and Language Rights. The Power of Being Understood.

    Warum brauchen wir einen internationalen Übersetzertag?

    Schon lange steht Übersetzer auf Listen mit Berufen, die bald aussterben werden, auf den vordersten Plätzen. Warum?

    Übersetzer-ein freier Beruf

    Zuerst muss man wissen, dass Übersetzer meist freiberuflich arbeiten. Festanstellungen sind rar und der Übersetzerberuf ist einer der «Freien Berufe».
    Übersetzer als Berufsbezeichnung ist auch nicht geschützt, was bedeutet, dass sich prinzipiell jeder Übersetzer nennen darf — egal ob er oder sie die entsprechende Ausbildung hat.

    Es gibt Übersetzungsbüros oder Agenturen, die Übersetzungsaufträge meist von Firmen (aber auch von Privatpersonen) an freiberufliche Übersetzer vermitteln. Das macht uns Kopfschmerzen — denn Agenturen drücken in der Regel die Preise und erhöhen den Zeitdruck, und natürlich zahlt der Kunde die Agentur mit. Es gibt selbstverständlich auch seriöse Agenturen, mit denen man wunderbar zusammenarbeiten kann. Diese sind aber leider in der Minderzahl.

    Maschinelle Übersetzung und KI

    Es gibt maschinelle Übersetzungen, deren Qualitätsmängel oft nur Profis auffallen. Chat GPT und andere KI-Systeme haben diese auf ein ganz neues Level gehoben. Und kein Übersetzer wird abstreiten, dass die Ergebnisse der KI-Systeme erstaunlich gut sind. Die Qualitätsmängel fallen meist eben tatsächlich nur Fachleuten auf.

    KI ist ein mächtiges Werkzeug, das auch viel von Agenturen genutzt wird. Aber erstens stößt sie bei Übersetzungen recht schnell an ihre Grenzen, und zweitens gehört ein professionelles Werkzeug auch in professionelle Hände. Wenn ich die KI schlecht prompte, weil ich Laie bin und keine Ahnung von Übersetzung habe, wird sie auch schlecht übersetzen.

    Mein Fazit 🙂

    Es ist also wunderbar, dass wir heute eine Chance haben, auf uns und die Qualität, die wir jeden Tag abliefern und für die wir bei beglaubigten Übersetzungen auch unterschreiben, aufmerksam zu machen! Denn: Sprache selbst ist das mächtigste Werkzeug und die mächtigste Waffe, die wir haben. Jeder professionelle Übersetzer weiß, wie wichtig Wortwahl sein kann und auch wie eng Sprache mit Denken und mit unserem Weltbild und unserer Kultur zusammenhängt. Und genau damit zu arbeiten, das ist das wunderbare an unserem Beruf 🙂 Und das sollen wir heute feiern.