Kurz gesagt ist eine Apostille eine Form der Beglaubigung. Sie bestätigt, dass die Unterschrift auf einer öffentlichen Urkunde (zum Beispiel einer Geburts- oder Eheurkunde — im Allgemeinen Urkunden, die von einer staatlichen Behörde oder einem Notar ausgestellt werden) echt ist. Apostillen können von zuständigen Behörden des Staates, aus dem die Urkunde stammt, ausgestellt werden. Sie können ein Beiblatt zur Urkunde sein oder ein Stempel bzw. ein Aufkleber auf der Rückseite der Urkunde.
Schaut man sich die Vorlage der Apostille an, fällt oben folgende Zeile auf:
Die «Convention de La Haye» ist auf deutsch die Haager Konferenz. Auf Ihr wurde das 12. Haager Übereinkommen zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation geschlossen. Alle Staaten, die dem Übereinkommen beigetreten sind, können Apostillen zur Bestätigung der Echtheit Ihrer Urkunden ausstellen und akzeptieren auch die Apostillen anderer Beitrittsstaaten. Somit wird für Urkunden dieser Staaten keine Legalisation mehr benötigt, damit sie im Ausland anerkannt werden.
Man muss eine Urkunde apostillieren lassen, wenn sie von Behörden in einem anderen Land anerkannt werden soll. Wenn man zum Beispiel auswandert werden die Behörden in dem Land, in das man einwandert, Dokumente wie die Geburtsurkunde mit Apostille übersetzt benötigen.
Auch die Dokumente für eine Eheschließung im Ausland werden mit Apostille benötigt, genauso wie bei Sterbefällen die Dokumente für die Erbschaft.
Welche Rolle spielt die Apostille für die Übersetzung?
Apostillen sind in der Regel nicht mehrsprachig und sind Teil des Dokuments, müssen daher mit übersetzt werden. Der Beglaubigungsvermerk des Übersetzers steht dann unter der übersetzten Apostille.
Es kommt in Einzelfällen (wenn es in einem Land mehrere Amtssprachen gibt) vor, dass die Apostille in einer anderen Sprache als die Urkunde selbst ausgestellt wurde. Dann kommt man meistens nicht darum herum, die Apostille von einem zweiten Übersetzer übersetzen zu lassen. Idealerweise spricht man mit der Behörde und beiden Übersetzern vorher ab, wie es am besten gehandhabt werden sollte.
Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie mehr fragen zur Apostille oder zu beglaubigten Übersetzungen haben.
Heute ist internationaler Übersetzertag, ein Grund zum Feiern 🙂
Bild von Dean Meyers auf Pixabay
Wer war dieser Hieronymus und warum ist er der Schutzheilige der Übersetzer?
Wenn wir an berühmte Übersetzer denken, fällt vielen als erstes Martin Luther mit seiner Bibelübersetzung ein. Wir Übersetzer kennen noch solche Namen wie Swetlana Geyer, die Dostojewskis Werke ins Deutsche Übersetzt hat, oder Erika Fuchs, die Entenhausen und die Ducks nach Deutschland gebracht hat.
Eusebius Hieronymus lebte von ca. 349 bis 420, der 30. September ist sein Todestag. Er gilt als Kirchenlehrer und war ein wichtiger Kommentator und Übersetzer theologischer Texte aus dem Griechischen ins Lateinische. Berühmt wurde er außerdem durch die Übersetzung des alten Testaments aus dem Hebräischen ins Lateinische und die Redigierung bereits bestehender lateinischer Übersetzungen der Evangelien. Mehr über ihn zu wissen gibt es auf Wikipedia.
Seit wann ist der Hieronymustag internationaler Übersetzertag?
Die Fédération internationale des traducteurs, der internationale Dachverband der nationalen Übersetzerverbände, hat diesen Tag 1954 in Paris ins Leben gerufen. Seit 1991 wurde er zu einem weltweiten Aktionstag für Übersetzer, an dem der Beruf und auch die weltweite Solidarität der Übersetzer gefördert werden soll.
Thema für den internationalen Übersetzertag 2026: Linguistic Diversity and Language Rights. The Power of Being Understood.
Warum brauchen wir einen internationalen Übersetzertag?
Schon lange steht Übersetzer auf Listen mit Berufen, die bald aussterben werden, auf den vordersten Plätzen. Warum?
Übersetzer-ein freier Beruf
Zuerst muss man wissen, dass Übersetzer meist freiberuflich arbeiten. Festanstellungen sind rar und der Übersetzerberuf ist einer der «Freien Berufe». Übersetzer als Berufsbezeichnung ist auch nicht geschützt, was bedeutet, dass sich prinzipiell jeder Übersetzer nennen darf — egal ob er oder sie die entsprechende Ausbildung hat.
Es gibt Übersetzungsbüros oder Agenturen, die Übersetzungsaufträge meist von Firmen (aber auch von Privatpersonen) an freiberufliche Übersetzer vermitteln. Das macht uns Kopfschmerzen — denn Agenturen drücken in der Regel die Preise und erhöhen den Zeitdruck, und natürlich zahlt der Kunde die Agentur mit. Es gibt selbstverständlich auch seriöse Agenturen, mit denen man wunderbar zusammenarbeiten kann. Diese sind aber leider in der Minderzahl.
Maschinelle Übersetzung und KI
Es gibt maschinelle Übersetzungen, deren Qualitätsmängel oft nur Profis auffallen. Chat GPT und andere KI-Systeme haben diese auf ein ganz neues Level gehoben. Und kein Übersetzer wird abstreiten, dass die Ergebnisse der KI-Systeme erstaunlich gut sind. Die Qualitätsmängel fallen meist eben tatsächlich nur Fachleuten auf.
KI ist ein mächtiges Werkzeug, das auch viel von Agenturen genutzt wird. Aber erstens stößt sie bei Übersetzungen recht schnell an ihre Grenzen, und zweitens gehört ein professionelles Werkzeug auch in professionelle Hände. Wenn ich die KI schlecht prompte, weil ich Laie bin und keine Ahnung von Übersetzung habe, wird sie auch schlecht übersetzen.
Mein Fazit 🙂
Es ist also wunderbar, dass wir heute eine Chance haben, auf uns und die Qualität, die wir jeden Tag abliefern und für die wir bei beglaubigten Übersetzungen auch unterschreiben, aufmerksam zu machen! Denn: Sprache selbst ist das mächtigste Werkzeug und die mächtigste Waffe, die wir haben. Jeder professionelle Übersetzer weiß, wie wichtig Wortwahl sein kann und auch wie eng Sprache mit Denken und mit unserem Weltbild und unserer Kultur zusammenhängt. Und genau damit zu arbeiten, das ist das wunderbare an unserem Beruf 🙂 Und das sollen wir heute feiern.
Im September stehen für uns Übersetzer zwei ganz besondere Tage an: am 26.09.2026 der Europäische Tag der Sprachen und am 30.09.2026 der Internationale Tag des Übersetzens. Es gibt also keine bessere Zeit, um meinen neuen Blog zu starten und einen Einblick in meine Arbeit zu geben 🙂
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Die Grundlagen: Übersetzer werden
Natürlich ist Grundvoraussetzung für die Arbeit als professioneller Übersetzer oder Übersetzerin die Liebe zu Sprachen und Kulturen!
Grundsätzlich ist Übersetzer kein geschützter Beruf. Das bedeutet, dass theoretisch jeder sich Übersetzer nennen darf. Aber nicht jeder darf alles übersetzen.
Möchte man sich aber als Übersetzer beeidigen lassen, um auch beglaubigte bzw. bestätigte Übersetzungen von Dokumenten anzubieten, muss man dafür ein Studium absolvieren und die staatliche Prüfung bestehen. Studiengänge Translationswissenschaft gibt es an vielen Universitäten, man kann aber auch an einer Fachakademie studieren oder über ein entsprechendes Institut ein Fernstudium absolvieren.
Zum Studium gehören außer Unterricht in der Fremdsprache auch Unterricht in der Muttersprache, außerdem Landeskunde und Unterricht in einem Fachgebiet wie Technik oder Wirtschaft. Warum all das dazu gehört?
Was gehört zum Übersetzen alles dazu?
Arbeit mit Sprache und Kultur
Klar übertragen wir Worte von einer Sprache in die andere. Aber dahinter steckt wesentlich mehr.
Haben Sie im Englischen schon eimal das Sprichwort ‘A stitch in time saves nine’ gehört?
Die wörtliche Übersetzung (und auch der Vorschlag von DeepL) wäre: Ein Stich zur rechten Zeit spart neun.
Damit können wir deutschen Muttersprachler nur wenig anfangen.
Eine viel bessere Übersetzung wäre, je nach Kontext: «Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.» oder «Vorbeugen ist besser als heilen». Trifft es nicht ganz, aber die grundlegende Bedeutung wird wiedergegeben.
Nicht nur bei Sprichworten oder Gedichten sind wörtliche Übersetzungen nicht möglich, sondern bei jedem Text. Übersetzen beginnt dort, wo man versteht, was der Ausgangstext beim Leser (oder Hörer) auslöst. Und genau das muss man in der anderen Sprache möglichst exakt wiedergeben.
Tools: Recherche und Terminologie
Um genaue Entsprechungen für Inhalte in der Zielsprache zu finden, muss man sich natürlich mit dem Fachgebiet auskennen. Man glaubt gar nicht, wie viele Worte, die wir täglich einfach so verwenden, in technischen Zusammenhängen eine komplett andere Bedeutung haben… Oder wie viele Abkürzungen in der Medizin zwar komplett gleich aussehen — in der Kardiologie aber etwas völlig anderes bedeuten als zum Beispiel in der Neurologie. Also: Recherche in Fachliteratur oder nachfragen bei Fachpersonen ist das A und O, wenn der übersetzte Text später Sinn ergeben und verwendbar sein soll.
Übersetzer arbeiten schon lange computergestützt, mittlerweile teilweise auch mit KI-Unterstützung (wobei sich viele Kollegen aus verschiedenen Gründen dagegen wehren). Die Standardsoftware, mit der wir arbeiten, sind translation memory-Systeme. Diese funktionieren so, dass während des Übersetzens im Programm die übersetzten Sätze abgespeichert werden können. Bei zukünftigen Übersetzungen kann das Programm die vorherigen Übersetzungen in der Datenbank finden und schlägt sie, wenn sie passend zum neu zu übersetzenden Satz sind, vor. In diesen Programmen kann man sich zusätzlich Wörterbücher (Terminologiedatenbanken) anlegen. Dies tut man zum Beispiel, um das Vokabular für ein Fachgebiet oder auch für einen speziellen Kunden kompakt gebündelt zu haben.
Beglaubigte Übersetzungen
Wenn man als Übersetzer eine staatliche Prüfung abgelegt hat, kann man sich bei einem Landgericht beeidigen lassen. Dann bekommt man eine Bestallungsurkunde und kann sich einen Stempel für die Übersetzungen anfertigen lassen.
Was wird beglaubigt übersetzt?
Beglaubigt übersetzt werden müssen Urkunden wie Geburtsurkunden, Heiratsurkunden und Ehescheidungsurkunden und manchmal Namensänderungsurkunden, wenn man zum Beispiel aus einem anderen Land nach Deutschland einwandert. Für die berufliche Anerkennung müssen auch Zeugnisse und Diplome beglaubigt übersetzt werden. Oft gibt es auch weitere Bescheinigungen wie Meldebescheinigungen, Ledigkeitsbescheinigungen oder Einkommensnachweise, die für deutsche Behörden gebraucht werden, wenn man zum Beispiel aus einem russischsprachigen Land kommt und in Deutschland heiraten möchte.
Wie werden beglaubigte Übersetzungen angefertigt?
Zuerst werden die Dokumente natürlich übersetzt. Für Standard-Dokumente habe ich persönlich Vorlagen, mit denen ich arbeite. In der Kopfzeile muss dabei immer die Überschrift «Bestätigte Übersetzung aus der … Sprache» oder Ähnliches stehen. Am Ende steht der Beglaubigungsvermerk, ähnlich wie beim Notar, in dem man bestätigt, dass die Übersetzung vollständig und korrekt ist. Man hat also eine ganz besondere Sorgfaltspflicht und prüft lieber alles zweimal, bevor man die Arbeit abschließt! Denn der letzte Schritt ist dann der Ausdruck und auch die Unterschrift sowie der Stempel auf dem Beglaubigungsvermerk. Manchmal reicht auch eine elektronische Unterschrift aus, aber viele Behörden fordern die Unterlagen in Papierform an. Wenn die Übersetzung aus mehreren Seiten besteht müssen sie wie beglaubigte Kopien an einer Ecke geknickt, zusammengeheftet und so gestempelt werden, dass der Stempel auf jeder Seite ist.
Tatsächlich hat der Übersetzer dabei eine sehr große Verantwortung: Wenn zum Beispiel ein Datum eines Dokuments oder die Umschrift eines Namens aus dem kyrillischen Alphabet nicht stimmt oder nicht in allen Dokumenten konsistent ist, kann das viel Ärger für den Kunden bedeuten.
Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, interessieren Sie sich sicherlich für Übersetzungen und brauchen vielleicht sogar eine beglaubigte Übersetzung 🙂 Ich bin gerne für Sie da! Melden Sie sich jederzeit bei mir.
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